Meldung vom 20.08.2020

UNIQA: Halbjahresergebnis trotz Covid-19 ins Positive gedreht

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  • Verrechnete Prämien um 0,5 Prozent gesteigert
  • Combined Ratio auf 96,7 Prozent deutlich verbessert
  • Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr 55,4 Millionen Euro
  • Ergebnis vor Steuern im zweiten Quartal alleine bei starken 69 Millionen Euro
  • Erwerbsprozess der AXA-Gesellschaften in CEE läuft plangemäß
  • Jahresprognose aufgrund von Covid-19 nicht möglich

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„Nach einem guten Prämienwachstum im ersten Quartal von plus 3,2 Prozent – der Lockdown kam am 16. März, also bereits gegen Quartalsende – sind die Prämieneinahmen im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen. In Summe hat das zu einem leichten Wachstum von insgesamt 0,5 Prozent in den ersten sechs Monaten geführt“, beschreibt UNIQA CEO Andreas Brandstetter die Entwicklung der Prämieneinnahmen. „Der Rückgang im Neugeschäft war im April und Mai mit bis zu 70 Prozent dramatisch, ab Juni ging es wieder deutlich aufwärts. Derzeit sind wir im Wachstum wieder annähernd auf dem Niveau von vor Beginn der Covid-19-Krise“, so Brandstetter. 

Am empfindlichsten waren die Belastungen aufgrund von Covid-19 in der Schaden- und Unfallversicherung, in der sie im ersten Halbjahr mit 90 Millionen Euro zu Buche schlugen. Trotzdem gelang es, die Combined Ratio auf erfreuliche 96,7 Prozent zu verbessern (erstes Halbjahr 2019: 97,3 Prozent). 

Das Ergebnis aus Kapitalanlagen beträgt 215 Millionen Euro und liegt somit 29 Prozent unter dem Vergleichswert der außergewöhnlich guten Vorjahresperiode. Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Kapitalmärkte machen sich hier besonders bemerkbar. 

„Angesichts der negativen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten und anderer Belastungen durch Covid-19 ist das Ergebnis vor Steuern im zweiten Quartal alleine mit plus 69 Millionen Euro sehr zufriedenstellend“, so Brandstetter. Auf das Halbjahr gesehen ergibt sich daraus wegen des negativen Ergebnisses im ersten Quartal (minus 14 Millionen Euro) ein Ergebnis vor Steuern von insgesamt 55,4 Millionen Euro. Erfreulich ist der abermalige starke Ergebnisbeitrag der internationalen Konzerntöchter in CEE mit 46 Millionen Euro. 

„UNIQA hat im internationalen Vergleich eine solide Kapitalposition, die auch im – von Covid-19 geprägten – ersten Halbjahr stabil geblieben ist“, verweist Brandstetter auf die starke Eigenkapitalsituation. Die Solvency Capital Ratio liegt mit 204 Prozent derzeit deutlich über dem definierten Zielkorridor von 155 bis 190 Prozent. 

Die Akquisition der AXA-Tochtergesellschaften in Polen, Tschechien und der Slowakei verläuft nach Plan. Die EU-Kommission hat mittlerweile dem Kauf ohne Auflagen zugestimmt. Die Finanzierung der Akquisition wurde Anfang Juli 2020 auch durch die Platzierung eines Senior Bonds und eines Tier 2 Green Bonds gesichert. Für den vollständigen Vollzug der Transaktion (Closing) sind noch aufsichtsrechtliche Freigaben in den betreffenden Ländern ausständig. Plangemäß wird mit dem Closing im vierten Quartal gerechnet. Bei gelungener Akquisition wächst UNIQA um rund fünf Millionen Kunden, 2.100 Mitarbeiter und 800 Millionen Euro Prämie jährlich und wird dadurch von der Nummer Sieben zur Nummer Fünf in Zentral- und Osteuropa. 

Eine seriöse Prognose für das Gesamtjahr 2020 ist aufgrund der durch Covid-19 weiterhin zu erwartenden Unsicherheiten derzeit nicht möglich. 

Konzernkennzahlen 1 – 6/2020 im Detail 

Die verrechneten Prämien der UNIQA Group inklusive der Sparanteile der fonds- und der index­gebundenen Lebensversicherung stiegen im ersten Halbjahr 2020 trotz der eingeschränkten Vertriebsmöglichkeiten aufgrund der Covid-19-Pandemie leicht um 0,5 Prozent auf 2.827,8 Millionen Euro (1 – 6/2019: 2.814,9 Millionen Euro). Während die laufenden Prämien mit 2.784,8 Millionen Euro um 0,9 Prozent wuchsen (1 – 6/2019: 2.759,8 Millionen Euro), gingen die Einmalprämien in der Lebensversicherung strategiekonform um weitere 22,0 Prozent auf 43,0 Millionen Euro zurück (1 – 6/2019: 55,1 Millionen Euro). Die abgegrenzten Prämien im Eigenbehalt (nach IFRS) erhöhten sich um 0,6 Prozent auf 2.439,8 Millionen Euro (1 – 6/2019: 2.425,1 Millionen Euro). 

Die verrechneten Prämien in der Schaden- und Unfallversicherung wuchsen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 um 2,0 Prozent auf 1.565,4 Millionen Euro (1 – 6/2019: 1.535,0 Millionen Euro). In der Krankenversicherung stiegen die verrechneten Prämien im Berichtszeitraum um 3,1 Prozent auf 585,8 Millionen Euro (1 – 6/2019: 568,1 Millionen Euro). In der Lebensversicherung reduzierten sich die verrechneten Prämien inklusive der Sparanteile der fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 insgesamt um 4,9 Prozent auf 676,7 Millionen Euro (1 – 6/2019: 711,8 Millionen Euro). Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld verursachte geringere Nachfrage und die strategiekonforme Reduktion der Einmalprämien. 

Der Gesamtbetrag der Versicherungsleistungen im Eigenbehalt der UNIQA Group reduzierte sich im ersten Halbjahr 2020 um 0,9 Prozent auf 1.840,0 Millionen Euro (1 – 6/2019: 1.857,4 Millionen Euro). 

Die gesamten Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb abzüglich der erhaltenen Rückversicherungsprovisionen stiegen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 um 2,5 Prozent auf 714,4 Millionen Euro (1 – 6/2019: 696,8 Millionen Euro). Dabei reduzierten sich die Aufwendungen für den Versicherungsabschluss um 0,1 Prozent auf 448,6 Millionen Euro (1 – 6/2019: 449,0 Millionen Euro). Die sonstigen Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (Verwaltungskosten) stiegen im 1. Halbjahr 2020 bedingt durch höhere Investitionen sowie zusätzlichen Ressourcen- und Personalbedarf für strategische Projekte um 7,3 Prozent auf 265,8 Millionen Euro (1 – 6/2019: 247,8 Millionen Euro). Darin enthalten sind Kosten im Rahmen des Innovations- und Investitionsprogramms in Höhe von rund 34 Millionen Euro (1 – 6/2019: rund 27 Millionen Euro). Die Erhöhung der Gesamtkosten ergibt sich im Wesentlichen aus Zukunftsinvestitionen in Digitalisierung, ein neues IT-Kernsystem und Content Managementsystem. 

Die Gesamtkostenquote – das Verhältnis der gesamten Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb zu den abgegrenzten Prämien einschließlich der Nettosparanteile der Prämien aus der fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung – erhöhte sich unter Einbeziehung der erhaltenen Rückversicherungsprovisionen auf 27,6 Prozent (1 – 6/2019: 27,0 Prozent). Die Combined Ratio nach Rückversicherung reduzierte sich wegen einer deutlich reduzierten Schadenquote auf 96,7 Prozent (1 – 6/2019: 97,3 Prozent). 

Das Kapitalanlageergebnis sank im ersten Halbjahr 2020 um 29,0 Prozent auf 215,1 Millionen Euro (1 – 6/2019: 303,1 Millionen Euro). Ausschlaggebend dafür waren Wertminderungen auf Aktien und festverzinsliche Wertpapiere. Zusätzlich haben der Umstand, dass 2020 im Gegensatz zu 2019 in Österreich keine Immobilien veräußert wurden, sowie Währungseffekte das Kapitalanlageergebnis negativ beeinflusst. 

Der Kapitalanlagebestand der UNIQA Group (einschließlich als Finanzinvestition gehaltener Immobilien, nach der Equity-Methode bilanzierter Finanzanlagen und sonstiger Kapitalanlagen) erhöhte sich zum 30. Juni 2020 gegenüber dem letzten Bilanzstichtag geringfügig auf 20.661,3 Millionen Euro (31. Dezember 2019: 20.624,8 Millionen Euro). 

Das versicherungstechnische Ergebnis der UNIQA Group erhöhte sich im ersten Halbjahr 2020 vorwiegend aufgrund der verbesserten Schadenquote in der Schaden- und Unfallversicherung um 75,0 Prozent auf 37,8 Millionen Euro (1 – 6/2019: 21,6 Millionen Euro). Das operative Ergebnis reduzierte sich hingegen aufgrund des gesunkenen Kapitalanlageergebnisses um 48,0 Prozent auf 85,4 Millionen Euro (1 – 6/2019: 164,1 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern der UNIQA Group sank dementsprechend um 59,2 Prozent auf 55,4 Millionen Euro (1 – 6/2019: 135,9 Millionen Euro). 

Das Konzernergebnis (den Aktionären der UNIQA Insurance Group AG zurechenbarer Anteil des Periodenergebnisses) reduzierte sich um 61,7 Prozent auf 40,5 Millionen Euro (1 – 6/2019: 105,6 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,13 Euro (1 – 6/2019: 0,34 Euro). 

Das den Anteilseignern der UNIQA Insurance Group AG zurechenbare Eigenkapital verringerte sich per 30. Juni 2020 auf 3.285,3 Millionen Euro (31. Dezember 2019: 3.401,0 Millionen Euro). 

Der durchschnittliche Mitarbeiterstand der UNIQA Group stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 geringfügig auf 12.777 (1 – 6/2019: 12.731). 


Ausblick
 

Aufgrund der hohen Unsicherheiten hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen durch Covid-19 im weiteren Jahresverlauf und der laufenden Entwicklung des Strategieprogramms UNIQA 3.0 erwartet UNIQA ein möglicherweise negatives Ergebnis vor Steuern für das Gesamtjahr 2020. Für das Geschäftsjahr 2020 plant UNIQA, keine Dividende auszuschütten. Die Bonuszahlungen (STI) für den Vorstand für das Geschäftsjahr 2020 werden entfallen. 

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen 

Diese Mitteilung enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung von UNIQA beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die auf Basis aller uns zum aktuellen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr kann für diese Angaben daher nicht übernommen werden.


UNIQA Group
Die UNIQA Group ist eine der führenden Versicherungsgruppen in ihren Kernmärkten Österreich und Zentral- und Osteuropa (CEE). Rund 21.300 Mitarbeiter und exklusive Vertriebspartner betreuen in 18 Ländern rund 15,5 Millionen Kunden. In Österreich ist UNIQA mit einem Marktanteil von über 21 Prozent der zweitgrößte Versicherungskonzern. In der Wachstumsregion CEE ist UNIQA in 15 Märkten zu Hause: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Tschechien, Ukraine und Ungarn. Darüber hinaus zählen auch Versicherungen in der Schweiz und Liechtenstein zur UNIQA Group.

Kontakt

Gregor Markus Bitschnau, Konzern-Pressesprecher
 
Untere Donaustraße 21
1029 Wien
Tel: +43 1 211 75-3440
Mobil: +43 664 889 155 64
Fax: +43 1 211 75-3619

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